Die Erweiterung

Die operative Kapazität des Krankenhauses drohte aufgrund der hohen täglichen Geburtenzahl zu erschöpfen. Die OP-Säle waren durch die hohe Anzahl an Kaiserschnitten pro Monat stark ausgelastet und quasi dauerbelegt. Ein auf dem Grundstück der Klinik liegendes, denkmalgeschütztes Gebäude wurde deshalb zu einer Fachabteilung für Gynäkologie umgebaut.

Die hier neugeschaffenen Operationssäle stehen nun für die rein gynäkologischen Operationen zur Verfügung. Hierdurch können die Operationssäle im nur wenige Schritte enftfernten Hauptgebäude entlastet werden und sind auch im Notfall immer für geburtsbezogene Notfälle und Kaiserschnitte verfügbar.

Der Umbau konnte nur durch Ihre Spenden finanziert werden! Die ersten Operationen im neuen Gebäude haben schon stattgefunden.

Dank Ihrer Unterstützung können wir nun noch mehr Frauen und Kindern helfen!

Aktuelle Auswertung

Seit Eröffnung der Klinik im Mai 2009 lassen sich aktuell 107.850 Geburten verzeichnen. Die Hälfte dieser Geburten fand in den vergangenen 24 Monaten statt.

Der stetige Anstieg der Geburten lässt sich mit dem steigenden Vertrauen der Bevölkerung in die Klinik erklären.

Mittlerweile hat sich die Klinik in der Stadt, der ganzen Provinz und darüber hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Frauen kommen aus großer Entfernung zur Behandlung und zur Geburt ihrer Kinder. Insgesamt wurden bis heute 10.690 Kaiserschnitte vorgenommen.

Die Müttersterblickeit in Afghanistan liegt laut offiziellen Angaben derzeit zwischen 0,46% und 1,7 % (460 -1700 / 100.000 Lebendgeburten).

Unsere aktuelle Auswertung zeigt für unsere Klinik eine bisher eingetretene Müttersterblichkeit von insgesamt 0,13%, die die offiziellen Werte um ein Vielfaches unterschreitet.

Seit Aufnahme des Klinikbetriebs konnten wir die Anzahl der Mütter die unter der Geburt sterben beständig senken. Wir arbeiten sehr hart daran, dass dieser Wert auch in Zukunft weiter sinkt.

Traditionell verankert ist der Umstand, dass Frauen ihre Kinder in einer Hausgeburt bekommen. Oftmals kommen die Frauen in der Schwangerschaft deshalb gar nicht zu Voruntersuchungen oder wenn, dann nur in Notfällen. Diese Untersuchungen wären aber wichtig um mögliche Komplikationen schon vorab feststellen zu können, insbesondere, da die Frauen selbst die Warnsignale, die ihnen ihr Körper gibt um auf Komplikationen hinzuweisen, oftmals nicht deuten können. Aus diesem Grunde ist die umfassende Aufklärung und Beratung von Schwangeren während der ganzen Schwangerschaft unabdingbar.  

Langsam entwickelt sich auch bei den Schwangeren das Bewusstsein dafür, dass regelmäßige Untersuchungen wichtig sind. Einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel leisten auch die in unserer Klinik ausgebildeten Hebammen und Gemeindeschwestern

Januar 2014 Hebammen-Ausbildung im Rezai Hospital

© Jürgen Escher / Cap Anamur

© Jürgen Escher / Cap Anamur

Bereits seit dem Jahr 2009 werden im Rezai Foundation Hospital in Herat Hebammen ausgebildet. Die Ausbildung der Hebammen erfolgt in enger Zusammenarbeit der Rezai-Stiftung mit Cap Anamur – Deutsche Notärzte e.V..

Erst im September 2013 haben wieder 44 Hebammenschülerinnen ihre Ausbildung erfolgreich beenden können. Wir gratulieren recht herzlich! Sie alle stammen aus entlegenen Gebieten und kehren nun nach erfolgreichem Abschluß ihrer Ausbildung dorthin zurück. Sie leisten so einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Situation von Frauen und Schwangeren in ihren Heimatdörfern. Durch die ständig mögliche Betreuung und Beratung von Schwangeren ist es möglich Komplikationen frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Wir danken allen Beteiligten für die enge und vertrauensvolle Kooperation.

Beeindruckende Zahlen aus dem Krankenhaus

Neue Statistiken erreichten uns kürzlich aus der Rezai-Stiftung Frauenklinik in Herat. Allein im Januar 2013 wurden unglaubliche 3019 Kinder gesund zur Welt gebracht. Bei insgesamt 27.498 Geburten (März 2012 - Februar 2013) lag die Müttersterblichkeit bei unter 0,08%. Im Vergleich liegt die Müttersterblichkeit in Afghanistan zwischen 0,46% und 1,7% an.

WHU Studenten helfen e.V. spenden der Klinik vier Krankenwagen

Das Krankenhaus mit Abteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe soll Frauen aus der ganzen Provinz Herat zu Verfügung stehen. Das Grundstück befindet sich in der Innenstadt von Herat

Das Krankenhaus hat drei Geschosse, es ist auf 100 Betten ausgelegt. Seit der Grundsteinlegung ist sind die Tiefbau- und Rohbauarbeiten stetig fortgeführt worden, so dass mit dem Innenausbau begonnen werden konnte.

Eine besondere Aktion von Studentinnen und Studenten hat dem Krankenhausprojekt eine breite Publizität verschafft. Die Initiative WHU-Studenten helfen e.V. an der WHU (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung), Otto Beisheim School of Management in Koblenz-Vallendar, hat es sich zum Ziel gesetzt, soziales Engagement innerhalb der Studentenschaft zu fördern und auszuführen. Als konkretes Projekt wurde für das Jahr 2005 die Unterstützung des Krankenhausbaus in Herat bestimmt.

Studenten_als_Helfer_unterwegs.jpg

Es wurde eine Zusammenarbeit mit der Rezai-Stiftung vereinbart, bei der die studentische Initiative die Beschaffung und den Transport von dort dringend benötigten Einrichtungsgegenständen organisierte.

Mit Zeitungsartikeln, Radiointerviews und Internetauftritten wurde deutschlandweit auf das Vorhaben aufmerksam gemacht. Von Februar bis April 2005 wurden aus allen Teilen des Landes Spenden abgeholt und in den in Vallendar deponierten Containern gelagert. Dabei gab es Unterstützung von einer Vielzahl von Unternehmen aus der Pharma- und Medizintechnikbranche, aber auch von Privatpersonen und Ärzten aus der Region. Hervorzuheben ist die Spende von 100 Krankenhausbetten vom Evangelischen Waldkrankenhaus in Berlin-Spandau.

Vertreter der Initiative sind im Mai 2005 nach Herat geflogen und haben die Container an der iranisch-afghanischen Grenze entgegengenommen und nach Herat begleitet. Dort wurden die Container auf dem Krankenhausgelände gelagert. Bei dieser Gelegenheit traf Herr Dr. Rezai, der direkt nach Herat gereist war, mit den Studenten zusammen, wobei er ihnen das Krankenhausprojekt ausführlich vorstellte. Die Studentinnen und Studenten überzeugten sich so von der sachgemäßen Verwendung der Spenden.

Mehr Informationen und ein Reisebericht lesen Sie hier: http://ktw-nach-herat.blogspot.com/